Der Beweis für fehlende Hilfsfristen
Wie VOL.at am 16.07.2025 berichtet (https://www.vol.at/ungewissheit-ueber-notarzt-zukunft-im-bregenzerwald/9553223), wird eventuell der Notarztstützpunkt
Bregenzerwald gestrichen oder nach Egg verlegt. Angedacht ist, dass die Notarzteinsatzfahrzeuge aus
Bregenz, Dornbirn und Hohenems anrücken, falls der Hubschrauber nicht fliegen
kann. Was passiert also, wenn der nächste verfügbare Rettungswagen auf dem Rückweg
beispielsweise aus Dornbirn (höhe Achrain) ist und ein Notarzteinsatz in Andelsbuch oder Bezau ist? Sich auf First Responder zu
verlassen ist die schlechteste Option, in Deutschland gibt es Urteile, dass
diese nicht in eine Hilfsfrist miteinbezogen werden dürfen, da diese kein
verlässlicher Indikator für ein Ausrücken und Eintreffen sind.
Auch sind die Ärzte, welche nachts im Sprengeldienst sind, kein verlässlicher Indikator.
Sollen diese dann einen kritisch Kranken Patienten allein in der Ordination lassen,
wenn parallel ein Notarzteinsatz ist?
Wie lösen es andere? Schauen wir nach Baden-Württemberg!
In Baden-Württemberg ist lt. Rettungsdienstgesetz eine Hilfsfrist von 10 Minuten vorgesehen (maximal 15 Minuten). https://rettungsdienstgesetz.de/baden-wuerttemberg/
In
Vorarlberg ist gesetzlich hierzu nichts zu finden, wenn man sich die Gesetze durchliest.
Man versucht die Notärzte aus der Hilfsfrist auszuklammern, dass die Hilfsfrist
für diese eben nicht mehr gelten soll. Ein Eilantrag war hier erfolgreich, ein
Verfahren ist hierzu im Gange. https://verwaltungsgericht-stuttgart.justiz-bw.de/pb/,Lde/18704469/?LISTPAGE=18691581
m Westallgäu (Dreieck Wangen, Isny und Leutkirch) sind ca. alle 18 km ein Notarztstützpunkt zu finden. Zudem gibt es noch Notarztgruppen, welche vom Ortsverein der Organisationen abgeholt werden und zum Einsatzort geführt werden, falls der örtliche Notarzt gerade nicht abkömmlich ist und parallel das NEF aus der Nachbarwache alarmiert. Der Landkreis Lindau hat mit einer Fläche von 323,4 km² zwei Notarztstützpunkte und der Bregenzerwald derzeit mit einer Fläche von ca. 550 km² nur einen Stützpunkt. Geringe Einsatzzahlen und weniger Einwohner dürfen nicht der Indikator für eine Unterversorgung sein.
Kommt es wirklich so?
Noch ist nichts in Stein gemeißelt, aber:Falls ja, lässt man eine riesige Tourismusregion notärztlich unterversorgt, ein Rettungswesen, welches die schlechteste Ausbildung im europäischen Raum hat, soll die Maßnahmen kompensieren und dann gibt es noch nicht einmal Hilfsfristen!?
Wenn ich daran denke, finde ich mich eher in einem Schwellenland, in Mitteleuropa. Wir sind sowieso schon Schlusslicht, aber jetzt wird ein neuer Tiefpunkt erreicht, wenn dies wirklich so eintreten sollte. Leidtragend wird die Bevölkerung sein!
Im Notfall heißt es also: Viel Glück liebe Wälder!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen