Offener Brief bezüglich der Neustrukturierung des Rettungsdienstes
Offener Brief bezüglich der
Neustrukturierung des Rettungsdienstes
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Wallner,
sehr geehrter Herr Landestatthalter Bitschi,
mit diesem Schreiben möchte ich Sie auf die dringende Notwendigkeit einer
grundlegenden Neustrukturierung unseres Rettungsdienstes aufmerksam machen. Um
den Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden und die Dienstqualität
nachhaltig zu verbessern, schlage ich folgende Maßnahmen vor:
Leitstelle
Die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle soll zukünftig von der Landeswarnzentrale
betrieben und in diese integriert werden. Die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle soll
nicht mehr vom Roten Kreuz betrieben werden, da eine Vermischung von Kontrollinstanz
und Dienstleister nicht sinnvoll ist. Die Finanzmarktaufsicht wird schließlich auch nicht
von einer beliebigen Bank durchgeführt.
Einführung einer dreijährigen Ausbildung für Notfallsanitäter
Durch eine intensivere und umfassendere Ausbildung können wir die Qualifikation
unserer Notfallsanitäter erheblich steigern. Eine dreijährige Ausbildungsdauer würde
nicht nur das fachliche Wissen und die praktischen Fertigkeiten vertiefen, sondern auch
die berufliche Identifikation und Zufriedenheit der Beschäftigten fördern. Dies könnte
langfristig dazu beitragen, die derzeit hohe Fluktuation im Personalbestand zu
reduzieren.
Modernisierung des Equipments
Die Einführung moderner Gerätschaften wie elektrischer Tragen und elektrischer
Treppenstühle ist unerlässlich, um den körperlichen Belastungen für unser
Rettungspersonal entgegenzuwirken und die EƯizienz unserer Einsätze zu erhöhen.
Solche Innovationen tragen nicht nur zur Arbeitserleichterung bei, sondern erhöhen
auch die Sicherheit und den Komfort für die Patienten.
Optimierung der Transportscheinvergabe
Aktuell werden Transportscheine für Krankentransportwagen zu oft und zu leichtfertig
ausgestellt. Um eine Fahrtenreduktion zu erreichen, sollte die Hemmschwelle für die
Ausstellung von Transportscheinen erhöht werden. Klare Indikationen und Richtlinien
müssen definiert werden, um Missbrauch zu verhindern. Gegebenenfalls sollten
Sanktionen für Aussteller bei Fehlverhalten vorgesehen werden.
Implementierung eines Onlinetools für elektive Krankentransporte
Elektive Krankentransporte sollten zukünftig ausschließlich über ein Onlinetool
angemeldet werden, welches direkt mit der Fallakte verknüpft ist. Dies würde eine
bessere Planung und Nachverfolgung ermöglichen und die EƯizienz steigern.
Pflegeheime, Krankenhäuser und Arztpraxen sollten in dieses System eingebunden
werden, lediglich dringliche Verlegungen sollen weiterhin telefonisch angemeldet
werden dürfen. Privatpersonen sollen weiterhin die Möglichkeit haben, Transporte
telefonisch anzumelden, allerdings nur für nicht gehfähige Patienten.
Sanktionen bei Missbrauch von Krankentransporten
Es sollte strenger darauf geachtet werden, dass Krankentransporte nur für Patienten
genutzt werden, die tatsächlich nicht in der Lage sind, andere Transportmittel zu nutzen.
Bei Missbrauch oder falsch festgestellter Indikation sollte der Transport von den
Patienten selbst bezahlt werden, um Fehlverhalten zu korrigieren und unnötige Kosten
zu vermeiden.
Mit diesen und vielen weiteren Maßnahmen, wie der Implementierung von Hilfsfristen
und einem überarbeiteten Standortkonzept, können wir nicht nur die Qualität und
Effizienz unseres Rettungsdienstes erheblich verbessern, sondern auch den
Kostenfaktor der Personalfluktuation und unnötiger Transporte minimieren. Ich hoffe auf
Ihre Unterstützung und stehe für weitere Gespräche und konkrete Planungsschritte
gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Marcel Hagen
Rettungswesen Vorarlberg
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