Lohndumping durch die Hintertür
Voller Freude präsentierte unsere Staatssekretärin Claudia Plakolm die Zivildienstreform. Endlich können die Zivildiener das Berufsmodul absolvieren und als vollwertige Kräfte eingesetzt werden. Somit erfolgt also eine Gleichstellung mit beruflichem Rettungsdienstpersonal.
Was sind erwähnt wurde ist die Tatsache, dass somit auch Lohndumping durch Hintertür erfolgt. Wenn ein Zivi die gleiche Tätigkeit um € 500.- erfüllt wie ein beruflicher Mitarbeiter um € 2000.- wird es für die beruflichen Kräfte in Zukunft schwierig werden, Lohnsteigerungen erfolgreich durchzusetzen.
Auch die Versorgungsqualität wird leiden, gerade in der Notfallrettung. Konnten früher wenigstens ein Teil der massiven Ausbildungsdefizite durch Eigeninitiative mittels Fortbildungen und Erfahrung kompensiert werden, so ist zu befürchten dass in Zukunft auf den Rettungsmittel eigenverantwortlich Zivildiener eingesetzt werden, welche mit minimalistischer Ausbildung auf sich alleine gestellt sind und null Rückendeckung haben.
Somit werden den Zivildienern eine massive Verantwortung aufgetragen bei einem Hungerlohn. Und oben drauf wird weiterhin auf veraltete, nicht mehr zeitgemäße Austattung gesetzt, welche für eine zusätzliche körperliche Belastung des Personals sorgt.
Tolle Aussichten also für Patienten, Zivis und hauptberufliche Mitarbeiter!
Eine Reformierung des Rettungsdienstes für eine zeitgemäße Ausbildung, Bezahlung und Ausstattung sind für die Österreicherinnen und Österreicher scheint somit in weite Ferne gerückt zu sein.
Schade!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen