Transparenz im Rettungsdienst

QM-Berichte

Transparenz im Rettungsdienst ist ein großes und wichtiges Thema - zumindest in anderen Ländern.

Dort gibt es jährliche Qualitätsberichte, welche von der Annahme des Notrufgesprächs bis zu Übergabe im Krankenhaus alles erfassen und analysieren. Die Ergebnisse werden in einem Jahresbericht zusammengefasst und in Buchform oder auch zum Download bereitgestellt. Anhand dieser Berichte können dann weitere Schlussfolgerungen über die Versorgungsqualität gestellt und an den nötigen Stellschrauben gedreht werden. Auch die Einhaltung der Hilfsfrist (welche wir in Vorarlberg ja leider immer noch nicht haben) wird erfasst und publiziert. 

Wer sich so einen Bericht einmal anschauen möchte, kann dies unter https://www.sqrbw.de/ machen.

Vereinbarungen zwischen Land und Rettungsdienstleister

Protokolle oder Beschlüsse mit den Rettungsdienstleistern werden leider nicht publiziert. Es ist somit nicht nachvollziehbar, auf welcher Grundlage die Akteure handeln und wie die Ausstattungs- und Qualitätsdefizite - welche definit vorhanden sind - zustande kommen. Ebenso wird nicht dargelegt, warum die Transportkosten für Privatzahler höher sind als für die Krankenkassen. Die (Qualitäts-)Kriterien für die Anerkennung als Hilfs- und Rettungsorganisation für die Fördermittel aus dem Rettungsfonds werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Ebenfalls wird nicht dargelegt, ob das (meiner Meinung nach ineffiziente) Rettungsverbundsystem noch Zeitgemäß ist. Ein Konzept für die Zukunft fehlt offensichtlich komplett, es wird nur situationsbezogen agiert.

Warum das Land Vorarlberg an schlechter ausgestatteten Notfallkrankenwagen Typ B (EN1789) festhält und nicht die besser ausgestatteten Rettungswagen Typ C verwenden möchte, wird ebenfalls veröffentlicht. Zudem könnte das Land von sich aus höhere Ausbildungsstandards einfordern, derzeit wird nicht einmal die Notkompetenz Intubation in Vorarlberg angeboten. Aufgrund des erhöhten Patientenaufkommens, kann es durchaus vorkommen, dass invasive Maßnahmen durch Notfallsanitäter erforderlich werden.

Auch könnte das Land festlegen, dass jeder RTW mit mindestens einem Notfallsanitäter zu besetzen ist.

Transparenz für Patienten

Ihr als Patienten habt das Recht zu erfahren, wie lange der Rettungsdienst gebraucht hat und was dieser protokolliert und erfasst hat. Bitte seid kritisch und hakt nach, wenn bei einem Notfalleinsatz mit Sondersignal 16 Minuten oder länger braucht, sollte das keinesfalls als normal angesehen werden.

In Baden-Württemberg werden 10 - jedoch maximal 15 Minuten in 95% der Einsätze als tolerabel angesehen nach dem Rettungsdienstgesetz §3 Abs. 2 (Quelle: Rettungsdienstgesetz.de).

Falls ihr an der Versorgungsqualität zweifelt, habt ihr auch das Recht auf das Einsatzprotokoll, welches der Rettungsdienst geschrieben hat.

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